Geschichte

Von der GEFFA zum KWF und zur GEFFA-Stiftung

– ein geschichtlicher Überblick –

1924: Oberförster Dr. Hubert Hugo Hilf, der Leiter der preußischen Oberförsterei Biesenthal (Lehrrevier der forstlichen Hochschule Eberswalde), schreibt an den preußischen Minister für Landwirtschaft: „Der im Walde tätigen Arbeitskraft muss mehr Beachtung geschenkt werden“. Eine wissenschaftliche Abteilung (Abt. W) wird im Lehrforstamt eingerichtet.

1924/25: Forleulen-Kalamität mt sechs-fachem Einschlag in der Oberförsterei Biesenthal wird innerhalb eines Winters bewältigt durch „Organisation von Rückwärts“ = Vorläufer der Netzplantechnik.

1926: Tagung des Deutschen Forstvereins in Rostock mit Vortragsreihe über wissenschaftliche Betriebsführung von Hubert Hugo Hilf, Ludwig Wilhelm Ries, Ernst Günther Strehlke. Die begeisterte Versammlung unter Leitung von Lorenz Wappes stimmt einem Vorschlag von Rudolf Jugoviz (aus Bruck an der Mur) zu, ein Institut für forstliche Arbeitstechnik zu gründen.

23. Juni 1927: Gründung der Gesellschaft für forstliche Arbeitswissenschaft (GEFFA) in Berlin (21 Mitglieder). Bis Ende 1927 traten der Gesellschaft 25 fördernde Mitglieder mit 2.870,- RM Jahresbeitrag und 60 arbeitende Mitglieder bei. In der Gründungsversammlung wird die Einrichtung eines „Instituts für forstliche Arbeitswissenschaft (IFFA)“ in Eberswalde beschlossen.

1928: 1. Kurator des Vereins wird Oberlandforstmeister Hermann Röhrig, auf den 1935 Ministerialdirektor Heinrich Eberts folgt. Den Vorstand bilden H. H. Hilf, E. G. Strehlke und Ferdinand Nagel. 39 % der Beiträge werden von der preußischen Staatsforstverwaltung geleistet.

1945: Die Gesellschaft verliert ihre Einrichtung in Eberswalde.

1947: Auf Betreiben von E. G. Strehlke wird die Gesellschaft beim Amtsgericht Osterode/Harz neu eingetragen und nimmt ihre Tätigkeit – die Förderung des in Reinbek bei Hamburg wieder entstehenden IFFA – auf.

1949: Bau des neuen IFFA in Reinbek

1947 – 1960: GEFFA Fachtagungen in Hamburg, Münchehof, Rhoden, Nürnberg, Hachenburg, Gmunden, Hann. Münden, Freudenstadt, Ruhpolding, und Münster am Stein. Diese letzte Tagung wurde von 500 Teilnehmern besucht.

1963: Nach der Emeritierung von Prof. H. H. Hilf (1961) vereinigen sich GEFFA und die Technische Zentralstelle der deutschen Forstwirtschaft (TZF) zum Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF): Das damalige Vermögen der GEFFA von rund 500.000,- DM wurde in die neugegründete GEFFA-Stiftung e.V. eingebracht, die lt. Satzung die jährlichen Erträge dem KWF zuführt. Die Mitglieder der GEFFA-Stiftung sind ebenfalls Mitglieder des KWF.

Gerhard Sabiel

Quellen:

GEFFA – Die Gesellschaft für forstliche Arbeitswissenschaft e.V. (GEFFA) und ihr Institut für forstliche Arbeitswissenschaft (IFFA) 1927 – 1952, herausgegeben von der GEFFA, Bergedorf 1952

Hilf, H. H. – Der Weg zur Facharbeit im Walde. 50 Jahre Forstliche Arbeitswissenschaft. Eine Chronik von GEFFA und IFFA1927 – 1977, Reinbek 1977

KWF – 50 Jahre im Dienst von Waldarbeit und Forsttechnik 1927 – 1977 – GEFFA/IFFA – ATF/TZF – KWF, Mitteilungen des KWF, Band XVIII

Strehlke, E. G. – Forstliche Arbeitswissenschaft – Entstehung und Entwicklung – das Lebenswerk von Hubert Hugo Hilf. Forstarchiv, Sonderheft Forstliche Arbeitswissenschaft Heft 3 / 4 1963, S. 46-55